von Jules Massenet, bearb.. von Roger Nichols
Klavierauszug, 12 Seiten + 4 Einlegestimmen, EP 7510, ISMN 9790577081335
Vorwort:
Thaïs, Massenets zehnte vollendete Oper, hatte ihre Premiere an der Pariser Oper am 16. März 1894 mit der amerikanischen Sopranistin Sibyl Sanderson in der Titelrolle. Das Libretto von Louis Gallet stützte sich auf Anatole Frances gleichnamigen Roman, der 1889 in der Revue des deux mondes als Fortsetzungsroman erschienen und im folgenden Jahr in Buchform herausgekommen war.
Erzählt wird die Geschichte von der Bekehrung der Kurtisane Thaïs zum Christentum durch einen heiligen Mann namens Athanaël (Paphnuce in Frances Roman) und von seiner gleichzeitigen, aber umgekehrten Bekehrung zu einem Leben, das vom Verlangen nach ihr beherrscht wird. Die "Méditation" für Solovioline und Orchester, welche die beiden Szenen des II. Akts verbindet, stellt den Beginn der Bekehrung Thaïs' dar.
Das Werk wurde anfangs nicht positiv aufgenommen: Als Sybil Sanderson 1897 in den Ruhestand trat, hatte es gerade erst seine vierzehnte Vorstellung erreicht. Dafür war die "Méditation" bei Violinisten ein unmittelbarer Erfolg, und ihre religiösen Anklänge bestärkten Kirchenorganisten darin, sie im Rahmen der Messe während der Kommunion zu spielen. Selbst das von Pius X. 1903 erlassene motu proprio, das ausdrücklich verlangte, daß Musik, die in der Kirche zu hören war, "keine Reminiszenzen an Themen aus dem Opernhaus" enthalten solle, konnte sich dagegen nicht durchsetzen.
Roger Nichols
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